Erftlagune schließen oder zumindest die Preise erheblich anheben

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Wie wichtig für Kerpen?

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Die Erftlagune ist vor rund 15 Jahren entstanden als Ersatz für maroden Hallenbäder in Kerpen und Sindorf, dem kleinen, aber intakten Hallenbad in Manheim und dem wunderschön gelegenen, aber Reparatur bedürftigen Freibad in Horrem. Dies geschah unter heftigstem Protest der Bürger, besonders aus Manheim und Horrem.

Die Erftlagune ist politisch vom damaligen SPD Stadtdirektor, Ferdinand Wind, durchgesetzt worden. Sie sollte kostenneutral sein, das heißt, die Erftlagune finanziert sich allein durch die Einnahmen der Besucher. Dies wurde damals durch ein Gutachten belegt. Fachleute, die ich bestens kenne, die selbst Jahrzehnte Bäder betreiben und das Gutachten kannten, hatten nur mit dem Kopf geschüttelt. Die im Gutachten prognostizierten Besucherzahlen wären nie und nimmer erreichbar, das Gutachten wäre ein reines Gefälligkeitsgutachten.

Bevor der erste Spatenstich erfolgte, war das Bad in den Augen von Fachleuten finanziell eine Totgeburt. Dies nur zur Erinnerung für Diejenigen, die diese Zeit nicht gegenwärtig haben.

Mich regt das ganze Thema nicht mehr auf, jahrelang habe ich mit Entscheidungsträgern der Stadt über den Unsinn gestritten, den Betrieb der Erftlagune aufrecht zu erhalten. Seit 2015 haben sich jedoch die Fakten grundlegend geändert.

Rund um Kerpen sind neue Hallenbäder entstanden, das zurzeit Größte in Euskirchen, von einem süddeutschen Bäderkonzern privat betrieben. Die Investition beträgt bisher 65.000.000 €. In der Anlage wurden 500 ausgewachsene Palmen gepflanzt, Südseestimmung pur. Eine Erweiterung der Anlage wurde schon angekündigt.
Außerdem baut das Phantasialand in Brühl im Rahmen der Betriebserweiterung ein noch größeres Badeparadies, speziell auch für Kinder.

Spätestens dann hat das Glöcklein für den VEB Erftlagune geschlagen, die Abstimmung erfolgt mit den Füßen, bzw. mit dem Auto, die Besucher bleiben weg, wer hat denn dann, kurz vor der nächsten fälligen Sanierung der Erftlagune, noch Spaß auf ein 3. Welt-Bad?

Das oben geschilderte Szenario wird kommen, wie das Amen in der Kirche. Was ist zu tun?

Der Königsweg, die sofortige Schließung des Bades, ist verbaut. Vor der letzten Kommunalwahl bestand die Möglichkeit, politisch einvernehmlich, den VEB Erftlagune abzuwickeln. Mit der unsachlichen, propagandistischen Unterschriftenaktion der Genossen vom Ortsverein Sindorf, wurde diese Chance leider zunichte gemacht.
Ab dem Zeitpunkt der letzten Kommunalwahl bis zur eventuellen Wiedereröffnung des Bades, im Frühjahr 2017, werden weitere ca. 4.500.000 € an Sanierungs- und Betriebskosten für das Bad verbrannt sein, ohne Chance auf eine wirtschaftliche Besserung der Haushaltssituation.

Durch die Infos zum Grundbesitzabgabenbescheid 2016 hat die Stadt Allen klar gemacht, dass sie pleite ist und nur durch die Anhebung des Hebesatzes der Grundsteuer B auf 600% an einem Nothaushalt vorbei schrammt, die Spitzengemeinde von NRW auf diesem Gebiet, Bergneustadt, lässt grüßen.

Damit ist für Kerpen eine neue Situation entstanden. Der größte Teil der Mehreinnahmen aus dieser Hebesatzerhöhung wird zur Deckung des Defizits der Erftlagune benötigt.

Mit anderen Worten: Damit geschätzte 4% der Kerpener Bevölkerung zu extrem verbilligten Eintrittspreisen in der Erftlagune baden können, werden alle Kerpener über die Nebenkostenumlage beim Wohnen, ob im Eigentum oder zur Miete, zur Kasse gebeten.

Das ist im höchsten Sinne asozial und nicht hinnehmbar, dies nur als spezieller Hinweis an die Genossen. Bevor Alle für den „Irrsinn Erftlagune“ in Haftung genommen werden, sollten die Eintrittspreise für das Bad wenigstens verdreifacht werden.

Bei dem ganzen Komplex ist auch zu bedenken, dass die wenigsten Badbesucher aus Kerpen, Türnich, Brüggen, Blatzheim oder Buir kommen. Der Nähe zum Bad geschuldet, kommen die meisten Besucher aus Sindorf und Horrem, ein erheblicher Teil jedoch auch aus Heppendorf und Ahe.

Eigentlich bin ich ein kreativer Mensch, der auch in verworrenen Situationen einen Ausweg findet, aber hier bin ich ratlos. Mein Empfehlung in dieser Situation:
Wenn die Sanierung des Bades wirklich irgendwann fertig werden sollte, lassen sie bitte kein Wasser mehr ein, das kostet nur weiteres Geld, schließen sie die Tür zu und schmeißen sie den Schlüssel weg.

Kommentare

Unsozial, und zwar in höchstem Maße, ist vor allem Ihr Vorschlag. Folgt man Ihrer Logik, müsste man alle Zuschussbetriebe schließen, von denen nur eine Minderheit profitiert - von Kulturangeboten bis zum öffentlichen Nahverkehr. Gerade die Leute, die zu günstigen Eintrittspreisen in die Erftlagune gehen, können die Eintrittspreise in den privat betriebenen Spaßbädern eben nicht bezahlen. Es ist aber wichtig, dass auch diese Bürgerinnen und Bürger - und vor allem die Kinder - ins Schwimmbad gehen könnten. Ganz abgesehen davon handelt es sich vielfach auch um Jugendliche, die sich nicht mal eben ins Auto setzen und nach Euskirchen fahren können. Übrigens: Schon vor einigen Jahren wurde in Bedburg ein Spaßbad eröffnet. Das ist noch näher als Euskirchen. Sind die Besucherzahlen in der Erftlagune seither zurückgegangen, hat Ihre "Abstimmung mit den Füßen" also stattgefunden? Wäre mir nicht bekannt.
Ich ärgere mich zwar auch über die Grundsteuererhöhung, aber ich kann nur sagen: Hände weg von der Erftlagune! Oder wollen Sie vielleicht das Horremer Freibad wieder eröffnen? Oder wollen wir eine Neuauflage des Bäderstreits aus den 90er Jahren? Ich jedenfalls freue mich darauf, die sanierte Erftlagune hoffentlich schon bald wieder besuchen zu können.

Was Sie da schreiben, ist reiner Blödsinn. Kein Mensch, selbst ich nicht, will Kulturangebote oder gar den öffentlichen Nahverkehr schließen, nur weil in diesen Bereichen haushaltsmäßig eine Unterdeckung besteht. Auch wenn die Erftlagune vorübergehend einmal ein negatives Betriebsergebnis erwirtschaftet wäre dies kein so großes Unglück, solange die Tendenz stimmt und das Ergebnis durch geeignete Maßnahmen korrigierbar wäre. Die Wirklichkeit sieht leider ganz anders aus, die Erftlagune hat vom ersten Tag bis heute Verluste eingefahren, genaue Zahlen kenne ich nicht, aber es soll sich um einen jährlichen Verlust von einer Million € handeln.

Daraus gibt es nur einen Schluss, die Eintrittspreise sind zu niedrig, die Personalkosten zu hoch und vor Allem, die prognostizierten Besucherzahlen kommen nicht. Das bedeutet, die "Abstimmung mit den Füssen" hat schon stattgefunden, lange bevor das Spaßbad in Bedburg eröffnet wurde.

Das die Verluste nicht hinnehmbar sind müsste selbst Ihnen klar sein, selbst ein Verlust von jährlich 100.000 € sind auf die Dauer zu viel. Bitte sagen Sie, an welcher Schraube Sie noch drehen wollen um das Betriebsergebnis auf die berühmte schwarze Null zu bringen, oder wenigstens nahe dran.

Was die baldige, eventuelle Wiedereröffnung der Erftlagune angeht, wäre ich an Ihrer Stelle nicht allzu optimistisch. Zum Zeitpunkt der Wiedereröffnung des Bades müssen auch die Außenanlagen mit dem Parkplatz saniert sein. Es kann nicht sein, dass nach der Fertigstellung der Innensanierung mit schwerem Gerät die Außenanlagen saniert werden und die Besucher über Absperrgitter zum Badeingang gelangen, ganz abgesehen vom Staub und Lärm von den Bauarbeiten. An Ihrer Stelle würde ich mit einer eventuellen Wiedereröffnung der Erftlagune nicht vor 2018 rechnen.

Ihre Logik erschließt sich mir wirklich nicht. Auch die Kulturangebote oder der öffentliche Nahverkehr haben doch nicht nur eine vorübergehende Unterdeckung, sondern sind von ihrem Wesen her zuschussbedürftig. Wieso wollen Sie die erhalten und die Erftlagune nicht? Das eine wie das andere sind Angebote zur Daseinsvorsorge, die von einer Kommune zu finanzieren sind. Deshalb ist auch die Erftlagune nicht isoliert unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu betrachten, sondern im Gesamtzusammenhang der Angebote, die Kerpen zu einer attraktiven, lebenswerten Stadt machen. Wie soll unsere Kommune denn für neue Bürger und Steuerzahler attraktiv werden, wenn Angebote wie die Erftlagune geschlossen werden? Und wieso sollen die Kerpener dann nach Frechen oder Hürth ins Schwimmbad gehen (das von den dortigen Steuerzahlern finanziert wird), während Sie gleichzeitig kritisieren, dass auch Besucher aus Ahe und Heppendorf in die Ertflagune kommen? Auch hier passt Ihre Argumentation hinten und vorne nicht zusammen.
Und was den Fertigstellungstermin angeht: Lt. Internetseite der Erftlagune ist die Wiedereröffnung für den Sommer 2016 geplant. Diese Information ist für mich zunächst einmal maßgeblich, nicht aber Ihre Vermutungen.

hallo translator,

es macht mir Spaß mit Ihnen zu diskutieren, ohne Widerspruch wäre das Leben langweilig.

Vielleicht bin ich in Ihren Augen der Teufel in Person der nur darauf aus ist Ihnen und Anderen den Badespaß in der Erftlagune zu vermiesen. Dem ist nicht so. Wir diskutieren hier über Einsparungsmöglichkeiten für den Kerpener Haushalt für dieses und die kommenden Jahre. Zu den größten Ausgabeposten im Haushalt gehören die Verwaltung, der Bauhof und der Bäderbetrieb, dort speziell die Erftlagune. In diesen Posten steck meines Erachtens ein sehr großes Einsparungspotenzial.

Bevor ich zur Erftlagune nochmals etwas zum Besten gebe, eines vorweg. In meiner Stellungnahme vom 05.03.2016 haben Sie sicher einiges nicht wahrgenommen, auch ich gehe davon aus, das der Kulturbetrieb, der öffentliche Nahverkehr und andere, nicht erwähnte Bereiche, auf absehbare Zeit nicht kostendeckend betrieben werden können. Dies darf jedoch auf Dauer so nicht bleiben. Auch dort muss Kostendeckung angestrebt werden, auch wenn dies Jahre dauert.

Jetzt noch einmal zur Erftlagune: In meiner Stellungnahme vom 05.03.2016 habe ich Ihnen die anfallenden jährlichen Betriebsverluste, soweit diese mir bekannt sind, geschildert und gebeten, zu überlegen, wie diese Verluste auf ein annähernd kostendeckendes Ergebnis gebracht werden können. Darauf sind Sie zu meinem großen Bedauern in Ihrem Schreiben vom 06.03.2016 noch nicht eingegangen. Was Verluste aus dem Bäderbetrieb angeht, sind Sie recht Schmerzfrei, die Hauptsache ist, alle Anderen zahlen.

Das die Verluste der Erftlagune so weiterbestehen können ist undenkbar. Findet die Stadt keine Lösung, finden Andere eine, eine vorgesetzte Behörde. Sollte dies eintreten wird es wirklich eng, dann ist Schluss mit Lustig.

Im Grunde genommen wollen wir ja beide das Gleiche, den Erhalt der Erftlagune. Nur in der jetzigen Organisations-form geht dies nicht, die Verluste müssen aus den Büchern der Stadt Kerpen.

Einen sogenannten privaten Investor wird es nicht geben, die einzige Rettung für den Betrieb der Erftlagune sehe ich in einer ehrenamtlichen Betriebsübernahme der Benutzer. Das klingt, wie vieles was von mir kommt, zunächst abenteuerlich, aber es ist machbar. Wenn Sie näheres dazu wissen wollen, melden sie sich über diese Plattform, wir sollten uns dann treffen und weiteres bereden.

bis bald, Christian

Wenn Sie eine Person direkt per E-Mail anschreiben möchten, schreiben Sie bitte der Moderation eine E-Mail (kerpen@buergerwissen.de). Wir werden die E-Mail weiterleiten.

Kerpen braucht mehr Wasser!
Ein Schwimmbad in Kerpen ist deutlich zu wenig. Wo lernen unsere Kinder Schwimmen?
Die Erftlagune muß für Schule wieder Wasserzeiten anbieten und sollte auch für unsere Vereine Zeiten zur Verfügung stellen.
Die Vereine bezahlen Miete!
Es gibt lange Wartelisten bei den Vereinen!
das unsrer Kinder Schwimmen lernen und dem Sport nach gehen können, da hat die Stadt eine Mitverantwortung.

Damit die Kinder schwimmen lernen sin zunächst einmal die Eltern gefragt. Das muss auch nicht in der Schule geschehen. Schwimmen lernen können die Kinder in den großen Ferien im Freibad, oder am Urlaubsort in einer Jugendgruppe oder am Urlaubsort mit den Eltern. Außerdem ist das Schwimmen lernen eine reine Privatsache, so wie das Erlernen des Fahrradfahrens oder Tennisspielens.
Die Erftlagune wird vermutlich in der bisherigen Form nicht weiter betrieben werden können. Sprechen Sie doch mit der Stadt, das der Schwimmverein den Betrieb der Erftlagune übernehmen kann. Wenn dies ehrenamtlich geschieht bleibt für Ihren Verein sogar noch Geld übrig. In Emden z.B. wird soein Bad schon 20 Jahre mit großem Erfolg betrieben.

Unsinn. Schwimmen ist eine Grundfertigkeit wie Lesen oder Rechnen. Deshalb müssen Kinder es in der Schule lernen. Und deshalb muss die Stadt eben nicht nur Klassenräume und Wandtafeln zur Verfügung stellen, sondern auch Schwimmbäder.

Ein Fass ohne Boden. Zuschütten und Grundstück verkaufen !!

Man kann das Rad nicht mehr zurückdrehen, die Aufträge für die Sanierung sind erteilt. Sollten die Verträge seitens der Stadt gekündigt werden, steht jeder Firma die Vergütung der vollen Auftragssumme sofort zu, unter Abzug des Ersparten. Dies sieht jeder Bauvertrag so vor. Der Anspruch auf volle Vergütung der Auftragssumme besteht so z.B. für den Fliesenleger auch dann schon, wenn noch keine neue Fliese an der Wand klebt.

Die Sanierungskosten sind zwar bitter, aber letztlich nicht das Problem. Das Problem ist die Widereröffnung unter den bisherigen Betriebsstrukturen. Der Schwimmverein z.B. könnte das Bad betreiben. Wäre er oder sonst Keiner dazu in der Lage, müsste das Bad für immer geschlossen bleiben.