Zwei Standorte für das Europagymnasium: Erweiterung am Kleinbruchfeld bauen und alten Standort sanieren

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Wie wichtig für Kerpen?

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Um den Stadtrat doch noch zu einem gemeinsamen Handeln zu bewegen zeige ich nachfolgend auf, welches ungeahnte Potenzial für die Infrastruktur der Stadt in dem neuen, von mir angedachten, Schulstandort in Sindorf steckt.

Wer unvoreingenommen das Areal Kleinbruchfeld (neuer Standort) auf Lärmquellen vor Ort untersucht wird überrascht sein über die relative Ruhe, trotz A61, trotz Erfttalstraße und Bahndamm. Die A61 liegt geschätzt 8 m in Tiefenlage und hat zusätzlich als Lärmschutz noch einen Erdwall. Krach vom Bahndamm kommt nur von Güterzügen, und die verkehren überwiegend nachts. Die Erfttalstraße liegt in Bahndammnähe ebenfalls einige Meter in Tiefenlage und außerdem kann wegen des Kreisels am HIT auf der Erfttalstraße überhaupt nicht beschleunigt werden. Lästig ist nur das entfernte Rauschen des Verkehrs vom 1 km entfernten Autobahnkreuz. Dieses wird jedoch merklich weniger, sobald man sich dem Bahndamm nähert. durch geschicktes platzieren der Gebäude und entsprechendem Lärmschutz an den Fenstern lassen sich die vorgeschriebenen Lärmschutzwerte einhalten. Kerpen ist nun einmal kein Luftkurort, von Verlärmung des Grundstückes kann deshalb nicht die Rede sein. An dem Grundstück ist es wesentlich ruhiger, als beispielsweise an der A4 in Horrem oder Götzenkirchen.

Die ganze Aufgeregtheit um das neue Hallenbad und die neuen Dreifachturnhallen kann ich nicht nachvollziehen. Warum sollen die Schülerinnen und Schüler vom neuen Standort Sindorf aus nicht weiter zu den Turnhallen und dem Schwimmbad fahren? Wozu am neuen Standort neue Turnhallen und ein neues Schwimmbad bauen? Das Gymnasium in seiner bestehenden Struktur bleibt erhalten, es steht nur an zwei Standorten. In einem Jahr ist die Breitbandtechnik für das Internet in Kerpen fertig installiert. Spätestens ab dann spielen Entfernungen für Organisation einer Schule keine Rolle mehr.

Der Schulalltag für das Europagymnasium mit zwei Standorten wird so ablaufen, das zum Beispiel Schüler vom neuen Standort, Turnhallen, das Schwimmbad und Spezialeinrichtungen am alten, sanierten Standort in Kerpen nutzen und umgekehrt die Schüler vom alten, sanierten Standort neu geschaffene Einrichtungen am Standort Sindorf nutzen. Das gleiche gilt für die Lehrkräfte. Auch in diesem Bereich wird ein Pendeln notwendig sein. Um den Schulbetrieb störungsfrei abwickeln zu können, muss das Pendeln zwischen beiden Standorten unabhängig von verstopften Straßen und Witterungseinflüssen im vorgesehenen Zeitplan gewährleistet sein.

Dies kann jedoch die Kerpener Infrastruktur zwischen Sindorf und Kerpen jetzt und auch in den nächsten 15 Jahren nicht leisten. Das Pendeln mit Bussen oder PKW über das Dauernadelöhr Autobahn, ist selbst bei einer Brücken-Verbreiterung nicht möglich und scheidet deshalb in meiner Planung aus.

Zur Lösung des Problems schlage ich den Bau einer Seilbahn mit zwei Großkabinen vor. Dies ist ein preiswertes, umweltfreundliches, sicheres und bewährtes Verkehrsmittel, nur nördlich der Alpen, bei uns im Flachland unüblich und deshalb unbekannt.

Der geeignete Platz für die Startstation wäre auf dem Polizeigelände vor dem Europagymnasium. Dieser Standort ist rund um die Uhr bewacht und schützt somit die Station vor Vandalismus. Zielpunkt wäre der Parkplatz des Sindorfer Bahnhofes und dort die Ecke Erfttalstraße / Bahndamm, kurz vor dem S- Bahnhof.

Die Strecke ist 2.700 m lang, bei einer Geschwindigkeit der Gondel von 6 - 7 m/sec. ergibt dies eine Fahrzeit von etwa 7 Minuten.

So eine Seilbahn ist rund um die Uhr verfügbar und kommt ganz ohne Gondelpersonal aus. Die Seilbahn verhindert zuerst einmal Straßenverkehr zwischen Kerpen und Sindorf und somit auch CO2- Ausstoß und Feinstaub, sie fährt mit Ökostrom und benötigt beim Bau kaum Bodenfläche. Die Seilbahn ist zuverlässig, pünktlich und wartungsarm und rund um die Uhr nutzbar. In den Gondeln ist ausreichend Platz für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder.

Mit der Seilbahn pendeln nicht nur Schüler und Lehrer, sie steht allen Bürgern zur Verfügung. Damit erhält der Ortsteil Kerpen mit seinen kleinen Randgemeinden einen Anschluss an die S-Bahn.

Der Mobilitätsgewinn für die Bevölkerung wirkt sich auch positiv für die Gewerbebetriebe und den Einzelhandel aus. Arbeitsplätze werden gesichert und die Umsätze steigen. Dies führt letztlich auch zu Mehreinnahmen in der Stadtkasse.

Durch die Seilbahn wird die Bevölkerung Kerpens mobiler und vom Auto unabhängiger. So mancher Zweitwagen wird mit der Zeit überflüssig und abgeschafft werden. Das eingesparte Geld steht dem Konsum zur Verfügung.

Um den Straßenverkehr zwischen Kerpen und Sindorf nachhaltig zu reduzieren, sollte die Seilbahn für jeden Benutzer kostenfrei zur Verfügung stehen. Dies spart Verwaltungskosten, Kartenkontrollen fallen weg und es gibt keine Schwarzfahrer.

Durch diese Maßnahme steigt das Image der Stadt und der Verwaltung in der Bevölkerung. Der Bürger spürt, dass er nicht abgezockt wird. Durch die kostenlose Nutzung wird die Seilbahn boomen und das Fahrzeugaufkommen auf der L122 entsprechend abnehmen.

Der Bau von Straßen und deren Unterhaltung wird üblicherweise aus den Haushalten der Städte, Landkreise, dem Bundesland oder vom Bund finanziert. Für die Benutzung dieser Straßen wird keine Maut erhoben. Aus meinem Verständnis ist auch die Seilbahn eine Straße, nur ohne Asphalt. Deshalb sollte sie bei der Finanzierung auch wie eine Straße betrachtet werden und dem Nutzer kostenfrei zur Verfügung stehen.

Abschließend möchte ich noch zu bedenken geben, in 10 Jahren, oder sogar schon früher wird Kerpen 3.000 Gymnasiasten haben. So wie es bisher aussieht kommt der 2. Standort nicht. Sollte es bei dieser Entscheidung bleiben, dann gute Nacht, dann geht verkehrlich überhaupt nichts mehr.

Anstatt die Chancen gemeinsam auszuloten, die sich bei der Sanierung der Schule für die Entwicklung der Stadt ergeben, beginnt schon wieder der übliche Grabenkampf im Stadtrat, schade.